Termine:

11. September 10 (10:00) bis 12. September 10 (16:00)

Tag des offenen Denkmals

11. September 10 (18:00)

Holz und Stein (in der Schwimmhalle)

17. September 10 (20:00) bis 18. September 10 (20:00)

Romeo und Julia - was wäre wenn ... Es war die Lerche (in der Wäscherei)

19. September 10 (16:00)

Freistil Tango (im Café Freistil)

23. September 10 (20:00) bis 25. September 10 (20:00)

Romeo und Julia - was wäre wenn ... Es war die Lerche (in der Wäscherei)

30. September 10 (20:00) bis 02. Oktober 10 (20:00)

Romeo und Julia - was wäre wenn ... Es war die Lerche (in der Wäscherei)


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Dienstag, 13. April 10, (00:00)

Faust wartet in der Sauna auf Mephisto

Ulrike Borowczyk - 13.04.10

Plötzlich stehen vier Theaterleute mitten im Café Freistil und alle Welt wird Zeuge, wie Theaterdirektor und Künstler sich lauthals beschimpfen. Ein explosiver und sehr alltagsnaher Auftakt zu Goethes "Faust".
Doch bevor es richtig losgeht, pilgert die gesamte Zuschauerschar erst einmal auf Fausts Seelenpfad in die Eingeweide des alten Stadtbads Steglitz. Tief unten in der klirrenden Kälte des Maschinenhauses treffen Gott und Mephisto aufeinander und verwetten quasi in Partylaune Fausts Seele. Der alte, an seinen Studien verzweifelnde Gelehrte wartet derweil in der einstigen russisch-römischen Sauna völlig ahnungslos, auf welch perfides Spiel er sich da einlässt.
Wenn Regisseur Stefan Neugebauer einen Bühnenklassiker inszeniert, dann darf man sich getrost darauf verlassen, dass es ein ungewöhnlicher Theaterabend vor ausgefallener Kulisse wird. Stark gekürzt, zeigt sich die tiefgründige Tragödie zwischen Tauchbecken, Mosaiken und Marmorsäulen überraschend auch von ihrer rasant-intriganten und überaus unterhaltsamen Seite, wird sie doch mit leisem Witz erzählt.
Friedhelm Ptoks Faust ist kein in sich gekehrter Intellektueller, sondern ein expressiver Sinnenmensch. Ein leichtes Opfer für Mephisto, den Alexander Klages als lakonischen Geschäftsmann gibt. Nach dem unheilvollen Pakt zwischen den beiden, der dem Gelehrten alle Wünsche gewährt, verführt Faust das fromme Gretchen (Jessica Tietsche) und stürzt sie damit ins Verderben. Währenddessen lässt sich Mephisto auf überaus spaßige Weise von Frau Marthe bezirzen, denn Eckart Schönbeck karikiert als kokettes Weib Table-Dance-Posen. Freud und Leid liegen da nah beieinander. Eine gelungene tragikomische Gratwanderung.


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