Termine:

11. September 10 (10:00) bis 12. September 10 (16:00)

Tag des offenen Denkmals

11. September 10 (18:00)

Holz und Stein (in der Schwimmhalle)

17. September 10 (20:00) bis 18. September 10 (20:00)

Romeo und Julia - was wäre wenn ... Es war die Lerche (in der Wäscherei)

19. September 10 (16:00)

Freistil Tango (im Café Freistil)

23. September 10 (20:00) bis 25. September 10 (20:00)

Romeo und Julia - was wäre wenn ... Es war die Lerche (in der Wäscherei)

30. September 10 (20:00) bis 02. Oktober 10 (20:00)

Romeo und Julia - was wäre wenn ... Es war die Lerche (in der Wäscherei)


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Sonntag, 24. Januar 10, (00:00)

Strindberg als Psychoterror im Stadtbad

Berliner Morgenpost - 24.01.10

Dass die Küche bei Partys schon immer der beliebteste Raum war, wusste August Strindberg bereits Ende des 19. Jahrhunderts, als er seinen Einakter "Fräulein Julie" dorthin verlegte. Bis heute hat sich daran nichts geändert.

Hier wird das Bügelbrett zur Tequila-Bar umfunktioniert und der neueste Klatsch durchgehechelt vom Grafentöchterchen Julie, das nach einer geplatzten Verlobung allzu heftig Spaß sucht bei der Mittsommerfete des Gesindes. Leider flirtet die wilde Tanzmaus mit Diener Jean, der Julie in seine abgelegene Kammer bugsiert, um sie vorgeblich vorm Gerede der anderen zu schützen. Am Morgen danach ist die Hitze verflogen. Julie hat ihre Unschuld verloren. Bei ihrem gesellschaftlichen Stand eine Tragödie. Zudem hat Jeans Verlobte, die Köchin, die beiden entdeckt.

Regisseur Stefan Neugebauer hat das naturalistische Trauerspiel entstaubt, drastisch gekürzt und in die Alte Wäscherei des Stadtbads Steglitz verlegt. Ein Raum mit vielen Möglichkeiten für dramatische Auftritte und Abgänge, der hautnahes Theater pur bietet. Man muss regelrecht an sich halten, um sich nicht einzumischen in das tödliche Duell zwischen Frau und Mann, Herrin und Diener, auf das sich die so herrische wie unterwürfige Julie (Monika Gossmann) eingelassen hat mit dem brutal-durchtriebenen Jean, den Michael Hecht als aalglatten Unsympathen gibt. Bald schon weiß man in dem komplizierten Beziehungsgeflecht nicht mehr, wer ist Herrschaft, wer Knecht? Perfider Psychoterror in Hochspannung.

Von Ulrike Borowczyk


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